SCHOEF-FI.DE/RADELN


Süd Frankreich (Provence)

Radtour vom 11.07.2002 bis 22.07.2002

Crest, Nyons, Villes sur Auzon, Sault, Mt. Ventoux

klicken zum Vergrößern Ausschnitt: Crest, Grignan, Nyons Ausschnitt: Villes s. Auzon, Mt. Ventoux Klicken zum Vergrößern
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Tag 1 bis 3 (12.07.2002 bis 14.07.2002)

Unsere erste Tour soll uns in drei Tagen von Crest über Grignan und Nyons wieder nach Crest führen.
Für die Übernachtung schlagen wir unser Zelt auf dem Campingplatz "Les Clorinthes ***" auf. Am nächsten Morgen wollen wir dann ausgeschlafen unsere 3-Tages-Tour mit Sack und Pack in Angriff nehmen.

Tag 1 (Crest --> Grignan)
[Strecke: 68 km; Fahrzeit: 3:58; Av.: 17,1 km/h]

OrtEinw.Höhe
Crest 8074 195 m
Puy-St. Martin 480 m
la-Bégude-de-Mazenc 1247 210 m
Aleyrac 40 448 m
Grignan 1300 200 m

Nachdem wir alle benötigten Sachen auf den Fahrrädern verstaut haben, geht es endlich los. Die Sonne scheint und es geht gleich einen kleinen Berg (6km, 4%, 195-480m) hinauf. Crest Bei Puy-St. Martin ist die "Spitze" erklommen und es bietet sich uns ein wunderschöner Blick auf das Drôme-Tal. Wir sausen viel zu schnell, ohne die Aussicht zu genießen, die Abfahrt hinunter in den Ort.
Während der Mittagspause haben wir die erste Panne. Plötzlich hören wir ein Zischen aus Richtung der abgestellten Fahrräder. Ein Plattfuß! Einfach so? Bei der Reparatur stellt sich heraus, dass die Verklebstelle des Ventils mit dem Schlauch porös geworden ist. C'est la vie! Aber es soll die einzige Panne in diesem Urlaub bleiben :-)
Grignan Nach der Mittagspause geht es leicht bergab, weiter in Richtung la-Bégude-de-Mazenc. Langsam verändert sich die Landschaft. Kleine Hügel mit Lavendelfeldern und die Umgebung wird immer Mediteraner. Es geht berauf nach Aleyrac und wieder herunter nach Grignan wo wir uns erst einmal richtig schön Verfahren. Die Beschreibung in unserem Reiseführer (Süd/Ost Frankreich per Rad) ist hier ein wenig ungenau und wir sind auch schon recht müde. Die Sonne und das ungewohnte Klima hat uns doch mehr zu schaffen gemacht als wir gedacht hätten. Wir beschließen den nächsten Campingplatz hinter Grignan anzufahren. Wir übernachten auf dem kleinen aber schönen Campingplatz "CAMPING DE ROCHECOURBIERE **" zwischen Grignan und Chamaret an der D71.

Tag 2 (Grignan --> Nyons)
[Strecke: 68 km; Fahrzeit: 3:45; Av.: 18,1 km/h]

OrtEinw.Höhe
Grignan1300200 m
Montségur-Sur-Lauzon992127 m
Vaison-la-Romaine6000200 m
Nyons7000270 m

Suze Die Nacht ist um 6:30 zu ende und nach einem Frühstück mit Kaffee, Baguett und Käse sind wir gegen 9:30 wieder auf der Straße. Der Himmel ist Wolkenlos, es scheint wieder ein warmer Tag zu werden. Wir fahren weiter auf der D71 nach Montségur-Sur-Lauzon und dann auf der D117 und kurz auf der D59 nach Suze-La-Rousse.
Weinanbau in Suze Wir verlassen langsam die Region der duftenden Lavendelfelder und kommen in eine Gegend die immer deutlicher vom Weinanbau geprägt wird. Wir fahren weiter die D117 bis Rochegude und biegen dann links ab, auf die etwas stärker befahrende D8 und D59 über Cairanne und über Roaix auf der D975, Richtung Vaison-La-Romaine.
Wir empfanden Vaison-La-Romaine als ziemlich hektisch und ungemütlich und fuhren daher nach Proviantaufnahme im "Lidl" gleich weiter auf der D538 nach Nyons. Dort angekommen fanden wir den vollen aber schönen Campingplatz "LES CLOS ****" etwas außerhalb, direkt am Fluss Eygues an der D94.

Tag 3 (Nyons --> Crest)
[Strecke: 67 km; Fahrzeit: 3:59; Av.: 16,7 km/h]

OrtEinw.Höhe
Nyons7000270 m
Col de Sausse791 m
Bourdeaux563563 m
Saou404325 m
Crest8074195 m

Nyons Eigentlich sind wir früh gestartet. Da wir erst einmal etwas essen müssen, fahren wir zurück nach Nyons. Es ist zwar Sonntag aber am Marktplatz hat alles auf, auch das "Petit Casino". Wir frühstücken auf einer Bank am Markt. Es gibt Bagette mit Cambert und Wasser.
Frisch gestärkt geht es um 10:00 Uhr los. Der "Col de Sausse" wartet mit 791 Meter auf uns. In la Bonté folgen wir der D538 immer bergauf. Um 12:25 Uhr ist die Spitze, nach 1 Stunde Auffahrt mit gleichmäßiger Steigung, erreicht. Montagne de Couspeau Das Wetter macht uns zu schaffen. Es ist kalt, von Sonne keine Spur mehr und auf der Abfahrt, auf die wir uns nach der Anstrengung so gefreut haben, haben wir die ganze Zeit so starken Gegenwind, dass wir dagegen antreten müssen. Irgend wo vor Bourdeaux finden wir ein geeignetes Plätzchen für unsere Mittagspause. Das Wetter wird immer schlechter und nach kurzer Rast müssen wir unsere Pause unterbrechen. Es fängt an zu regnen. Es wird immer unangenehmer. Der Wind peitscht uns den Regen um die Ohren. Vor Saou, so gegen 15:00 Uhr, finden wir eine offene Scheune abseits der Straße und beschließen dort den stärksten Regen abzuwarten. Wir diskutieren den weiteren Verlauf und entschließen uns nach 45 Minuten weiter zu fahren. Es bleibt nass und windig. Endlich erreichen wir Crest. Wir bauen bei Regen in Rekordzeit (unter 3 Minuten) unser Zelt auf - es ist 17:30 Uhr.
Es regnet noch die ganze Nacht durch.



Villes-sur-Auzon

Tag 4 bis 10 (15.07.2002 bis 21.07.2002)

Tag 4

Regenwetter in Crest. Wir packen alles zusammen und fahren in Richtung Sonne. Unser endgültiges Ziel ist Villes-sur-Auzon am Fuß des Mount Ventoux.
Der Campingplatz "LES VERGUETTES ****" ist zwar voll, aber die Betreiber lassen uns in ihrem Vorgarten (ein mit hohen Mauern abgetrenntes Stück zwischen Straße, Wohnhaus und Campingplatz) unser Zelt aufbauen. Wir stellen fest, dass unser Platz viel größer und ruhiger ist als auf dem Campingplatz selbst. Es ist hier so gemütlich, dass wir für den Rest des Urlaubs hier in unserem Vorgarten bleiben werden. Die Gegend ist interessant genug, um von hier aus Tagestouren zu starten. Unter anderem wollen wir ja auch den Mount Ventoux bezwingen.

Tag 5

Erkundungstag und Erholung am Pool.

Tag 6
[Strecke: 85 km; Fahrzeit: 5:49; Av.: 15 km/h]

OrtEinw.Höhe
Villes-sur-Auzon915295 m
Sault1200760 m
Mont Ventoux1912 m
Villes-sur-Auzon915295 m

Mont Ventoux
Heute ist es so weit. Wir wollen den Mont Ventoux bezwingen. Zum Frühstück gibt es Ravioli aus der Dose. Das sollte uns eine gute Grundlage für die anstehenden Strapazen verschaffen. Ein letzter Blick hinauf zum Berg, doch wir können die Spitze nicht erkennen. Weiße Wolkenfetzen hängen am Gipfel. Der Himmel ist insgesamt leicht bewölkt, was uns recht erfreut. Dann sind wir Gorges de la Nesque bei der Anfahrt über Sault erst einmal nicht so sehr der Sonne ausgesetzt. Was wir jedoch nicht wissen bzw. im Reiseführer überlesen haben ist die Tatsache, dass dort empfohlen wird den Ventoux nur bei gutem Wetter zu erklimmen. Mehr dazu später :-)
Erst einmal geht es Richtung Sault auf der Nebenstrecke (D942) durch die wunderschöne Schlucht "Gorges de la Nesque". Das Wetter ist ganz angenehm. Mal wolkenloser Himmel, mal schattenspendende Quellwolken.
Sault
Blick von Sault
In Sault angekommen füllen wir noch einmal unseren Wasservorrat auf (jeder bekommt 3 Liter Wasser auf den Gepäckträger) und machen eine kleine Pause. Dann geht es weiter. Erst steil hinab auf der D164 ins Tal, raus aus Sault, dann langsam in Richtung Mont Ventoux, immer bergauf. Der Gipfel ist immer mehr Wolkenverhangen und es weht ein starker Wind der uns mal schiebt und mal entgegen bläst.
In "Chalet-Reynard" noch einmal rechts auf die D974. Von hier aus sind es nur noch 6 km. Aber diese 6 haben es noch einmal in sich. Wir sind mittlerweile total von Nebel, bzw. tief hängenden Wolken eingeschlossen. So dicht und feucht ist die Suppe, dass teilweise der Tacho Aussetzer hat. Sch..... Qualität! Gerade mal 20 Meter Sichtweise, ein höllischer Gegenwind der uns in jeder Spitzkehre fast vom Rad weht zwingt uns zum mehrmaligen absteigen. Kurz vor dem Gipfel erreichen wir den "Tom Simpson Gedenkstein" und machen wieder einmal halt. Tom Simpson Memorial (1967 stirbt hier der englische Radprofi Tom Simpson während der Tour de France nach Einnahme von Aufputschmitteln (Amphetamine) und Alkohol. Mitverantwortlich für den Tod: ein Sonnenstich.)
Fest entschlossen den Berg zu bezwingen kämpfen wir uns auch noch die letzten Meter zum Gipfel hinauf. Es ist so bitter kalt auf der Höhe von 1912 Metern, dass wir uns, oben angekommen, erst einmal in dem kleinen Kiosk aufwärmen. Chalet-Reynard Wir machen ein paar Fotos und fahren dann sofort wieder runter ins warme, denn mit Aussicht ist an diesem Tage hier nicht zu rechnen. Das erste Stück müssen wir schieben, denn der Wind ist in den Böen so stark, dass es uns einige male recht nach an den Abgrund weht. Dabei passiert mir das Missgeschick: Beim Schieben weht mir eine Böe das Hinterrad um die Lenkerdrehachse in die Hacken und das vordere große Kettenblatt haut mir seine Zähne in die Wade. Nun habe ich drei große Löcher im Bein was ich aber erst mal nicht bemerke. Habe auch genug mit Wind Wetter zu tun. Wir fahren dieses mal in "Chalet-Reynard" die D974 weiter in Richtung Bedoin. Bei unserer ersten Rast bemerke ich meine Verletzung und wir verbinden die Wunde erst einmal provisorisch. Bis zum Campingplatz wir es schon so gehen. Nach anstrengenden 85 km und einer Fahrzeit von fast 6 Stunden kommen wir dann um 18:30 auf unserem Campingplatz an. Wir sind ganz schön geschafft aber froh und glücklich bei dem Wetter nicht aufgegeben zu haben und den Ventoux bezwungen zu haben.

Tag 7

Ruhetag, Erholung am Pool.

Tag 8
[Strecke: 26 km; Fahrzeit: 1:08; Av.: 23 km/h]

OrtEinw.Höhe
Villes-sur-Auzon915295 m
Flassan341437 m
Bedoin2215300 m
Villes-sur-Auzon915295 m



Tag 9
[Strecke: 42 km; Fahrzeit: 2:00; Av.: 22 km/h]

OrtEinw.Höhe
Villes-sur-Auzon915295 m
Sault1200760 m
Villes-sur-Auzon915295 m

Weil die Schlucht bis Sault so schön war und weil die Abfahrt auf der kurvigen Straße bestimmt auch Spaß macht, fahren wir die Strecke noch einmal. Außerdem wollen wir in Sault Lavendel-Honig kaufen. Da Sault auch von vielen Radfahrer als letzte Verpflegungsstation vorm großen Berg angefahren wird und sich dann alle auf dem großen Marktplatz in Sault treffen, freuen wir uns schon, das Treiben dort in Ruhe beobachten zu können.
Wir waren ja schon oben :-)


Tag 10

Tour de France LIVE am Ventoux!


eMail: radeln[at]schoe-fi.de

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